Hardy’s 100. Marathon 

 

          

Am 20.09.2009 hat mein Freund Hardy Schmidt in Berlin erfolgreich seinen 100. Marathon absolviert. Ich hatte die Ehre, mit dabei zu sein. Und ich muss sagen, dass das ein grandioses Erlebnis war. Aber nun alles von Anfang an.

Hardy habe ich im März 1992 auf unserem Trimmpfad kennen gelernt. Zu dieser Zeit war ich leicht übergewichtig und entschloss mich, etwas dagegen zu tun. Daher schloss ich mich dem Verner Lauftreff an. An einem Samstag fuhr ich zum Lauftreff und traf dort auf Hardy. Dank Hardy’s Hilfe schaffte ich auf Anhieb 10 km. Die Lust am Laufen war geboren. Das machte mir Mut und so ergab es sich, dass Hardy in der Folgezeit bzw. bis heute mein treuester Trainingspartner ist. Das Zusammensein mit Hardy war und ist immer sehr kurzweilig. Mit Hardy bin ich bisher weit über 20.000 km im Training gelaufen. Von seinen Erfahrungen habe ich von Anfang gezehrt. Weiterhin hat mir Hardy bei meinen Laufabenteuern stets Mut zugesprochen.

Als ich dann erfahren habe, dass Hardy seinen 100. Marathon in Berlin läuft, war es für mich eine Selbstverständlichkeit ihn zu begleiten. Obwohl wir in der Vergangenheit des Öfteren beim selben Marathon gestartet sind, bin ich bisher noch nie zusammen mit Hardy die 42,195 km gelaufen. Ganz nebenbei erwähnte Ute Simon aus unserer Di-Do-Laufgruppe, dass sie in Berlin ihren 1. Marathon laufen wollte. Dieser Marathon war daher ein Muss.

Am 20.09.2009, 08:15 Uhr, standen Hardy Schmidt, Ute Simon, Verena Blanke, Brigitte Beine und ich vom Verner Lauftreff im Startblock auf der Straße des 17. Juni und fieberten dem Startschuss entgegen. Von Hardy’s Lauffreunden waren noch Manni, Axel und Helmut (die Nachnamen weiß ich nicht mehr) mit dabei.        

                                                                    

Im Vordergrund stand, Spaß zu haben und als Gruppe zusammen zu laufen. Hardy’s Frau Karin und die Tochter Molle (logische Abkürzung für Stefanie) hatten für alle LäuferInnen gleichartige T-Shirts drucken lassen. So war es leichter in der Masse der 40.000 Teilnehmer Hardy’s Gruppe zu finden.

Bis km 25 blieb die Gruppe gut zusammen. Etliche Läufer sprachen uns aufgrund der T-Shirts an, was stets für angenehme Abwechselung sorgte. Dann kam der Punkt, wo viele den eigenen Rhythmus finden müssen, was dazu führt, dass sich die Gruppe ein wenig auseinander gezogen hat. Das war aber nicht weiter schlimm, denn in regelmäßigen Abständen warteten die Ersten bis die Gruppe wieder zusammen war. Zusammen ging's dann immer weiter.

Bei km 28 lauerten Karin Schmidt, Walburga Pöner und Angelika Tölle vom Verner Lauftreff. Sie hatten vom Veranstalter eine Sondergenehmigung bekommen und stiegen hier in den Marathon ein, um Hardy bis zum Ziel zu begleiten. Als Überraschungsgast wartete Wolfgang Will auf Hardy. Mit Wolfgang ist Hardy seinen 1. Marathon gelaufen. Die Wiedersehensfreude der beiden gestandenen Marathonläufer war natürlich riesig. Anschließend reihten wir uns wieder in den Läuferpulk ein und weiter ging’s.

Bei km 35 traute ich meinen Augen nicht. Mir aus dem Ultralaufbereich vertraute Stimmen sprachen mich an. Angela „not crazy is not normal“ Ngankam (Finisher Badwater, Marathon de Sables, Yucon pp.) und der allseits bekannte Rene „Sachsenblitz“ Strosny (Gesamtdritter beim Transeuropalauf 2009 über 4.487,7 km in 64 Etappen) trotteten gemütlich daher. Angie hatte Rene beim Transeuropalauf begleitet und ist erst vor Kurzem wieder ins Training eingestiegen. Sie will im nächsten Jahr die TorTour de Ruhr (230 km nonstop) laufen. Nach einem netten Plausch lief ich dan wieder zu Hardy’s Truppe.

                                                                     

Etwa 1 km vor dem Ziel wartete Molle auf Hardy. Sie ließ es sich nicht nehmen, mit ihrem Vater ins Ziel zu laufen. Vor dem Brandenburger Tor warteten wir, bis Hardy’s Lauftruppe komplett war. Gemeinsam liefen wir mit einem sehr angenehmen Kribbeln durch das geschichtsträchtige Brandenburger Tor.

Im Bereich der Haupttribüne wartete noch ein Reporter vom RBB mit einem Kameramann auf Hardy. Nach einem Interview liefen wir dann gemeinsam durch das Ziel. Beim Zieleinlauf wurde Hardy’s Lieblingslied „My Way“ von Frank Sinatra gespielt. Es blieben nicht alle Augen trocken und so wurde es ein sehr emotioneller und wunderschöner Zieleinlauf. Glückwunsch. Super Hardy. Unsere liebe Ute Simon, die Zähe, die unterwegs mit Magenproblemen kämpfen musste, hatte es auch geschafft. Zum Schluss ging es ihr wieder gut. Es war ihr erster Marathon. Sie hatte eine tolle Leistung vollbracht.

               

Lobend muss ich noch Monika Rademacher erwähnen, die gute Seele mit ihrer liebenswürdigen Art. Sie hat von den EinsteigernInnen tapfer die Rucksäcke hin- und hergetragen hat und war immer mit aufmunternden Schildern zur Stelle.

Im Anschluss an den Marathon haben wir uns in einem Berliner Lokal getroffen und Hardy's 100. Marathon mit Köstritzer und Obstler mit viel Spaß in gemütlicher Atmosphäre gefeiert.                                  

                        

Lieber Hardy, der Marathon mit Dir und Deiner/unserer Lauftruppe war richtig geil. An dieser Stelle möchte ich mich für die vielen tollen Laufjahre mit Dir bedanken. Ich wünsche Dir noch viele Marathonläufe und uns noch etliche tausend bzw. lustige Trainingskilometer.